Bambini & F-Jugend (U6–U9): Spaß und Ballgefühl
In diesem Alter zählt nur eines: Freude am Ball. Rondos dürfen hier ruhig chaotisch sein.
Form: 4 gegen 1 oder 4 gegen 2, großes Feld.
Regeln: Keine Kontaktbegrenzung. Einfach passen und den Ball vom Kind in der Mitte fernhalten.
Ziel: Ein erstes Gefühl für „passen und sich bewegen”. Mehr nicht.
Coaching-Tipp: Lob über alles. Wer reinmuss, soll lachen, nicht frusten. Halte die Wartezeiten kurz und die Gruppen klein, damit jedes Kind ständig am Ball ist.
E- & D-Jugend (U10–U13): die ersten Anforderungen
Jetzt darfst du behutsam Anforderungen einbauen, ohne den Spaß zu killen.
Form: 5 gegen 2 ist ideal – genug Anspielstationen, überschaubarer Druck.
Regeln: Einstieg mit zwei Kontakten. Erst Ball annehmen, dann passen.
Ziel: Sauberer erster Kontakt, der Blick vor der Annahme, das Anbieten nach dem Pass.
Coaching-Tipp: Führe die Idee ein, dass man sich nach dem Pass sofort neu anbietet. Ein einfacher Satz reicht: „Pass gespielt? Sofort wieder anbieten.” Wiederhole ihn, bis er sitzt.
C- & B-Jugend (U14–U17): Tempo und Pass-Linien
Hier wird es ernst. Engere Räume, ein Kontakt, höheres Tempo.
Form: 6 gegen 3 oder enge 5 gegen 2. Auch Rondos mit Zonen und Umschaltmomenten passen jetzt.
Regeln: Ein Kontakt, wo möglich. Belohne den schwierigen Pass.
Ziel: Die drei Pass-Linien verstehen und den dritten Linienpass – den Pass durch die Mitte – aktiv suchen.
Coaching-Tipp: Arbeite mit einem Punktesystem. Erste Linie ein Punkt, zweite Linie drei Punkte, dritte Linie sechs Punkte. So belohnst du Mut und Vorstellungskraft statt reiner Sicherheit. Plötzlich suchen die Spieler aktiv nach dem gefährlichen Pass.
A-Jugend & Herren (U18+): Rondo als Spielvorbereitung
Im ältesten Bereich wird das Rondo zum Werkzeug für das eigene Spielsystem.
Form: Hohes Tempo, ein Kontakt, taktische Varianten. 8 gegen 2 zum Aufwärmen, Rondos mit Zonen und Toren im Hauptteil.
Regeln: Mindestpasszahl vor Abschluss oder Richtungswechsel. Das erzieht zu Geduld im Ballbesitz.
Ziel: Schon im Rondo die Pässe und Laufwege sehen, die später im Spiel gefragt sind.
Coaching-Tipp: Verbinde das Rondo mit deinem Matchplan. Wenn dein Team im Spiel über die Mitte aufbauen will, baue Rondos, die genau dieses Muster trainieren.
Der rote Faden über alle Altersgruppen
Ein Prinzip zieht sich durch: Im Jugendfußball baust du Fundamente. Junge Spieler lernen im Rondo erst die Bausteine – sauberer erster Kontakt, Anbieten, Entscheiden. Profis haben das längst verinnerlicht und nutzen das Rondo zur Feinabstimmung. Bei deinen Spielern entsteht es gerade erst.
Deshalb gilt: Passe die Form dem Alter an, nicht das Alter der Form.
|Alter |Form |Kontakte|Schwerpunkt |
|-----------|----------------|--------|------------------------|
|Bambini / F|4v1, 4v2 |frei |Spaß, Ballgefühl |
|E / D |5v2 |2 |erster Kontakt, Anbieten|
|C / B |6v3, enges 5v2 |1 |Pass-Linien, Tempo |
|A / Herren |8v2, Zonen-Rondo|1 |Spielvorbereitung |
Vom Plan auf den Platz
Die richtige Rondo-Form zu wählen, ist das eine. Sie sinnvoll über die Saison zu verteilen, das andere. Wer Rondos passend zu Alter, Spielstärke und Schwerpunkt einplant, holt das Maximum heraus.
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