Für wen es gedacht ist
Für alle, die eine Mannschaft im Kinderfußball betreuen — Bambini bis E-Jugend — und dafür keine Ausbildung haben. Also für die große Mehrheit.
Es setzt keine Vorkenntnisse voraus, keine Spielerfahrung und keine Lizenz. Wer danach mehr will, geht den Lizenzweg weiter zur C-Lizenz.
Der Hintergrund: die Kinderfußball-Reform
Das Zertifikat gehört zur Reform des Kinderfußballs, die der DFB gemeinsam mit den Landesverbänden umgesetzt hat. Ihre Kernpunkte:
- Kleinere Spielformen statt großer Mannschaften — Funino und ähnliche Formate mit zwei bis fünf Spielern pro Team.
- Mehr Ballkontakte für jedes Kind statt Wartezeiten.
- Keine Tabellen im Kinderfußball, damit Entwicklung vor Ergebnis steht.
Die Reform verändert, was ein Kindertrainer können muss. Wer weiter mit einer Mannschaft und einem Ball arbeitet, während das Format vier kleine Felder vorsieht, braucht andere Werkzeuge. Das Zertifikat liefert sie. Hintergrund im Artikel zu den Spielfesten und Wettkampfformen.
Was vermittelt wird
Die Inhalte drehen sich um das, was im Kinderfußball tatsächlich passiert:
Kinder verstehen. Was Sechs- bis Zehnjährige entwicklungsbedingt können und was nicht. Grundlagen im altersgerechten Kindertraining.
Spielformen organisieren. Kleine Felder, viele Ballkontakte, kurze Wartezeiten. Wie man 16 Kinder ohne Chaos beschäftigt.
Coaching-Haltung. Spielen lassen statt durchcoachen, Fragen statt Anweisungen, Fehler stehen lassen. Vertiefung unter Kinder spielen lassen.
Die neuen Spielformen. Funino und verwandte Formate, Auf- und Abbau, Organisation eines Spielfests.
Elternarbeit. Erwartungen klären, mit Ergebnisdruck umgehen — siehe Eltern im Jugendfußball.
Ablauf
Das Format ist bewusst schlank gehalten und kombiniert in der Regel:
- Online-Module, die zeitlich frei bearbeitet werden können.
- Eine Präsenzeinheit auf dem Platz, meist an einem Nachmittag oder Wochenendtag.
- Umsetzung im eigenen Training zwischen den Modulen.
Es gibt keine Prüfung im klassischen Sinn. Wer die Module absolviert, erhält das Zertifikat.
Wichtig: Bezeichnung, Aufbau, Umfang und Gebühr regeln die Landesverbände. Manche nennen das Format anders oder haben eigene Einstiegsschulungen mit vergleichbarem Zuschnitt. Die aktuelle Ausgestaltung steht immer beim eigenen Verband.
Zertifikat oder gleich C-Lizenz?
Beides hat seinen Platz.
Das Zertifikat ist richtig, wenn du gerade angefangen hast, nicht weißt, ob du länger dabeibleibst, und wenig Zeit hast. Der Aufwand ist gering, der Nutzen im Alltag sofort spürbar.
Die C-Lizenz ist richtig, wenn feststeht, dass du bleibst, und wenn du auch Jugend- oder Herrenmannschaften trainieren willst. Sie ist die Grundlage für alle weiteren Stufen.
Der übliche Weg: erst das Zertifikat, ein bis zwei Jahre Praxis, dann die C-Lizenz.
Was es nicht ist
Das Zertifikat ist keine Lizenz. Es berechtigt nicht zum Erwerb der B-Lizenz, es ersetzt die C-Lizenz nicht und es wird für höhere Spielklassen nicht anerkannt.
Wer im Nachwuchsleistungszentrum arbeiten will, braucht den Lizenzweg. Wer eine F-Jugend im Verein betreut, braucht ihn nicht.
FAQ: Häufige Fragen zum Kindertrainer-Zertifikat
Fazit
- Das Kindertrainer-Zertifikat ist der niedrigschwellige Einstieg für alle, die im Kinderfußball ohne Ausbildung angefangen haben.
- Es gehört zur Kinderfußball-Reform: kleine Spielformen, viele Ballkontakte, keine Tabellen.
- Inhalte: Kinder verstehen, Spielformen organisieren, Coaching-Haltung, Elternarbeit.
- Es ist keine Lizenz und ersetzt die C-Lizenz nicht.
- Ausgestaltung und Gebühr legen die Landesverbände fest.
Coach OS baut Einheiten für den Kinderfußball nach Alter und Gruppengröße — mit kleinen Spielformen statt Wartezeiten. Coach OS schlägt vor. Der Trainer entscheidet. Immer.